Tourismus & Hotellerie
Gute Zahlen, schwieriger Alltag
Was Südtirols Hoteliers 2026 wirklich beschäftigt
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Rekordnächtigungen, steigende Zimmerpreise und trotzdem wächst die Unsicherheit. Warum die aktuellen Zahlen nur die halbe Wahrheit erzählen.
2025 war ein Rekordjahr. Mehr als 38 Millionen Nächtigungen in Südtirol, Zimmerpreise auf neuem Hochstand, Gäste, die höhere Tarife akzeptieren. Wer die Schlagzeilen liest, könnte meinen, die Branche hat es geschafft. Wer selbst hinter der Rezeption steht, sieht es anders.
Südtirol, Frühjahr 2026. Die Saison läuft. Die Buchungen kommen – nur immer später. Was früher Wochen im Voraus gebucht wurde, landet heute oft fünf Tage vor der Ankunft im System. Gäste planen kürzer, entscheiden spontaner, vergleichen länger.
Das ist die neue Normalität.
2025 war ein Rekordjahr im Südtiroler Tourismus: Erstmals wurden mehr als 38 Millionen Übernachtungen verzeichnet. Die Ankünfte stiegen laut ASTAT erneut um rund drei Prozent. Auf dem Papier klingt das nach Boom. Gleichzeitig sind die Risiken gestiegen: Der Krieg im Nahen Osten hat die Gas- und Erdölpreise in die Höhe getrieben und könnte die Gesamtinflation deutlich anheizen. Hinzu kommt die anhaltende Unsicherheit durch die US-amerikanischen Zölle.
Kurz gesagt: Die Zahlen sind gut. Das Umfeld ist es nicht.
Kurzfristig buchen ist das neue Normal
Das kurzfristige Buchungsverhalten belastet laut einer aktuellen Umfrage von Kohl & Partner 46 Prozent der befragten Betriebe in Südtirol und wurde damit erstmals in dieser Deutlichkeit als Top-Problem genannt. Früher war Fachkräftemangel das drängendste Thema. Heute ist es die Planbarkeit.
Für viele Familienbetriebe bedeutet das: Die Auslastung stimmt am Ende des Monats, aber wie man den Monat überbrückt, ist eine andere Frage. Revenue Management, das früher ein Luxus war, wird zur Grundvoraussetzung.
Die Kosten fressen die Gewinne
Gute Nachricht: Die Zimmerpreise in Südtirol liegen aktuell bei rund 379 Euro je Zimmer – ein Plus von 7,4 Prozent – und die höheren Tarife werden vom Markt weitgehend akzeptiert, solange das Leistungsversprechen passt.
Schlechte Nachricht: Die Kosten steigen schneller. Die Betriebskosten in der Hotellerie sind laut WKO seit 2019 um mehr als 30 Prozent gestiegen. Besonders betroffen sind Energie, Lebensmittel und Personal – wobei die Personalkostenquote in vielen Betrieben bei über 40 Prozent des Umsatzes liegt.
Das Muster kennt jeder Hotelier: Die Einnahmeseite wächst, aber die Marge bleibt gleich – oder wird kleiner. Laut Branchenanalysen sind die EBITDA-Margen rückläufig, und viele Betriebe liegen unter dem Niveau vor der Pandemie.
Deutschlands Schwäche trifft Südtirol direkt
Ein strukturelles Risiko, das oft unterschätzt wird: Deutsche Gäste machen 62,1 Prozent aller Übernachtungen in Südtirol aus. Wenn die Kauflaune in Deutschland nachlässt, spürt Südtirol das sofort. Der Prodinger-Trendreport warnt: Die hohe Konzentration auf wenige Herkunftsmärkte erhöht die Anfälligkeit gegenüber konjunkturellen Schwankungen. Die aktuelle wirtschaftliche Schwäche Deutschlands wirkt sich bereits 2026 auf Buchungen aus, insbesondere im mittleren Preissegment.
Wer heute noch ausschließlich auf den deutschen Markt setzt, sollte diese Abhängigkeit zumindest kennen – und die Zahlen dazu im Blick behalten.
Die Stimmung hinkt den Zahlen hinterher
Trotz nach wie vor überdurchschnittlicher Werte in Südtirol ist die Stimmung spürbar gesunken. Helmut List von Kohl & Partner bringt es auf den Punkt: Obwohl die Indikatoren eigentlich positiv sind, überwiegen die Ängste rund um das Marktumfeld.
Das ist nicht irrational. Geopolitische Unsicherheit, volatile Energiepreise, kurzfristige Buchungsmuster – das macht Betriebsplanung schwieriger. Wer früher mit stabilen Vorausbuchungen und verlässlichen Kostenstrukturen kalkuliert hat, bewegt sich heute in einem anderen Umfeld.
Was das für den Betriebsalltag bedeutet
Südtirol ist touristisch stark aufgestellt. Aber die Saison gewinnt heute, wer nicht nur auf Nachfrage wartet, sondern seine Zahlen früh genug im Griff hat. Das bedeutet konkret:
Wer kurzfristiges Buchungsverhalten abfangen will, braucht Liquiditätspuffer und aktuelle Daten – keine Jahresabschlüsse vom letzten Winter. Wer steigende Kosten kompensieren will, muss wissen, wo genau die Marge verloren geht. Und wer eine starke Abhängigkeit vom deutschen Markt hat, sollte diese sichtbar machen – damit sie eine bewusste Entscheidung bleibt, keine blinde.
Das ist kein Appell zur Digitalisierung um der Digitalisierung willen. Es ist die schlichte Frage: Wie viel Überblick über die eigene Finanzlage braucht ein Betrieb, der in einem zunehmend unberechenbaren Markt agiert?
Über profitize
profitize ist ein Finanz-Tool, das speziell für Hoteliers entwickelt wurde. Es verbindet PMS, Buchhaltung, Bankkonto, POS und Energiedaten in einer zentralen Oberfläche – und macht die wichtigsten Kennzahlen des Betriebs in Echtzeit sichtbar. Keine manuellen Auswertungen, keine Datenlücken zwischen verschiedenen Systemen. Wer wissen will, wie der Betrieb heute steht – und nicht erst am Monatsende – findet unter profitize.io mehr.
Quellen
ASTAT – Landesinstitut für Statistik Südtirol, Tourismuszahlen 2025/2026: astat.provinz.bz.it
Kohl & Partner, Stimmungsradar Sommersaison 2025: kohl-partner.at
ORF Südtirol / ASTAT, Wirtschaftsbericht April 2026: suedtirol.orf.at
Prodinger Trendreport 2026 (via Hotel Inside): hotelinside.ch
WKO Betriebskostenentwicklung Hotellerie (via hotelimpulse.at): hotelimpulse.at
UnserTirol24, Südtiroler Wirtschaft 2025: unsertirol24.com
Tophotel.de, Hotellerie im DACH-Raum: tophotel.de
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