Technologie
profitize Talk mit Mark Nardi
Was haben KI und ein Hammer gemeinsam?
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Ein Gespräch mit profitize Chief Technology Officer Mark Nardi über Daten, Werkzeuge und Entscheidungen in der Hotellerie.
Werkzeuge entfalten ihren Wert erst durch den richtigen Einsatz. Was für klassische Handwerkszeuge gilt, trifft auch auf Künstliche Intelligenz zu. Erst wenn sie richtig eingesetzt wird, entsteht echter Mehrwert. Im Gespräch erklärt profitize Chief Technology Officer Mark Nardi, wie sich die Plattform 2025 technisch weiterentwickelt hat, warum saubere Daten die Grundlage jeder Entscheidung sind und weshalb KI in der Hotellerie vor allem eines bleiben sollte: ein richtig eingesetztes Werkzeug.
Mark, 2025 war für dich ein intensives Jahr - privat wie beruflich. Wie blickst du darauf zurück?
Ich bin Vater geworden und das verändert den Blick auf viele Dinge. Zeit bekommt einen anderen Stellenwert. Man denkt genauer darüber nach, wie man seinen Tag strukturiert, wo man den größten Hebel hat und welche Aufgaben wirklich Wirkung entfalten.
Das führt nicht dazu, dass man alles anders macht, sondern dass man bewusster priorisiert. Prozesse werden dort weiterentwickelt, wo sie Produkt und Team konkret unterstützen. Unterm Strich arbeite ich heute fokussierter und mit noch mehr Klarheit.
Du bist 2025 auch erstmals als Speaker aufgetreten. Wie hast du das erlebt?
Das war für mich definitiv ein Schritt aus der Komfortzone. Normalerweise arbeite ich im Hintergrund, mit dem Team, am Produkt. Auf einer Bühne zu stehen und über Technologie zu sprechen, ist nicht mein Alltag. Umso spannender war der Austausch danach. Gerade das Feedback von Menschen, die sich intensiv mit KI beschäftigen, war sehr wertvoll. Es hat bestätigt, dass unser Ansatz - saubere Daten, klare Modelle, praxisnahe Anwendung - in genau die richtige Richtung geht.
Wenn du auf profitize im Jahr 2025 blickst: Was waren aus deiner Sicht die wichtigsten technologischen Meilensteine?
Ganz klar die Datenbasis. Ohne saubere, strukturierte Daten sind alle Interpretationen, Forecasts oder Alarme wertlos. Das klingt banal, ist aber in der Praxis extrem anspruchsvoll, gerade in der Hotellerie mit ihren vielen Vorsystemen. Wir haben hier sehr viel Zeit investiert und große Fortschritte gemacht.
Der zweite Punkt war die gezielte Integration von KI-Funktionen. Nicht im Sinne von „KI um der KI willen“, sondern immer mit der Frage: Welche konkreten Probleme im Hotelalltag lassen sich damit besser lösen? Wir beobachten sehr genau, was sich bei großen Anbietern wie OpenAI, Microsoft oder Google tut, und überlegen dann, wie wir diese Entwicklungen sinnvoll in unser Produkt einbetten können.
Woran merken Hotels diese Entwicklungen konkret im Alltag?
Ein gutes Beispiel ist die automatische Kategorisierung von Transaktionen durch profitize. Für viele klingt das einfach, technisch ist es aber extrem komplex. Buchungstexte sind oft uneinheitlich, mehrsprachig, fehlerhaft oder unterschiedlich formatiert. Moderne KI kann den Kontext verstehen. Wenn dort etwa „Energiekosten November“ steht, erkennt das System zuverlässig, worum es geht - unabhängig von Sprache oder Schreibweise.
Das spart enorm viel Zeit und sorgt dafür, dass Auswertungen überhaupt belastbar werden.
Ein weiterer Bereich sind unsere individuellen Reports. Hotels können selbst festlegen, welche Kennzahlen für sie relevant sind und wie sie diese aufbereitet haben möchten. Die Auswertungen kommen dann regelmäßig - mit einer Einordnung und Hinweisen auf mögliche Ursachen. Gerade in stressigen Phasen hilft das, Komplexität zu reduzieren und schneller Klarheit zu bekommen.
Ein Thema, das ihr 2025 stark weiterentwickelt habt, ist der Zusammenhang zwischen Personaleinsatz und Nachfrage. Was steckt dahinter?
Wir verknüpfen Forecasts mit Arbeitszeitdaten. Wenn absehbar ist, dass eine intensive Woche bevorsteht und gleichzeitig viele Mitarbeitende abwesend sind, kann das System Vorschläge machen, wie man Schichten anpasst oder Kapazitäten anders verteilt. Das sind keine starren Vorgaben, sondern Entscheidungshilfen. Für Hotels bedeutet das bessere Qualität im Service und gleichzeitig mehr Kontrolle über die Kosten. Dieses Feature wird 2026 breiter ausgerollt.
Was macht die Arbeit mit Daten in der Hotellerie nach wie vor so anspruchsvoll?
Eine dauerhafte Herausforderung bleibt die Datenzufuhr. Hotels arbeiten mit sehr unterschiedlichen Systemen, manche davon sind technisch sehr modern, andere historisch gewachsen. Oft sind wir die Ersten, die bestimmte Daten überhaupt anfordern. Dann bauen wir gemeinsam Schnittstellen. Der Trend geht aber klar in Richtung mehr Standardisierung.
Viele verbinden KI vor allem mit Chatbots. Welche Rolle spielt sie bei euch?
Wir unterscheiden sehr klar zwischen spezialisierten Modellen für finanzielle Logik und großen Sprachmodellen.
Forecasting, Ausreißererkennung oder Kategorisierung laufen über eigene Algorithmen, die von uns speziell für die Hotellerie entwickelt wurden und Dinge wie Saisonalität, Ratenpläne oder Multi-Property-Strukturen berücksichtigen.
Sprachmodelle setzen wir dort ein, wo es um Verständnis geht: Sie erklären Ergebnisse, helfen bei der Konfiguration von Reports und übersetzen komplexe Kennzahlen in Alltagssprache. Ein KPI ist nur dann hilfreich, wenn man ihn versteht. Entscheidungen trifft aber immer der Mensch. KI liefert Werkzeuge, keine Urteile.
Was ist aktuell euer größtes Kapital bei profitize?
Technisch gesehen unsere Plattformlogik und die stabile Datenbasis. Menschlich ganz klar das Team. Wir haben Leute, die echtes Interesse an der Hotellerie haben und verstehen wollen, wie Betriebe wirklich funktionieren. Das merkt man im Produkt und im Austausch mit Kunden.
Worauf liegt dein Fokus für 2026?
Zum einen auf einer tieferen Integration der Gastronomie, insbesondere bei Wareneinsatz und Einkauf. Zum anderen auf Internationalisierung - Themen wie Währungen, Zeitzonen und Kettenstrukturen spielen eine sehr wichtige Rolle. Und schließlich auf Kollaboration: Mehrere Nutzer sollen gleichzeitig arbeiten können, Änderungen nachvollziehbar sein und die Oberfläche stärker auf unterschiedliche Rollen zugeschnitten werden.
Wenn du dir ein Feature wünschen könntest - ohne Budget- oder Zeitlimit: welches wäre das?
Buchhaltung direkt in profitize, mit einer gemeinsamen Datenbasis für Hotels und Steuerberater. Das würde viele Prozesse vereinfachen und die Aktualität der Zahlen deutlich erhöhen.
Was würdest du Hoteliers sagen, die KI noch skeptisch sehen?
KI ist ein Werkzeug. Sie spart Zeit, reduziert Fehler und schafft bessere Entscheidungsgrundlagen. Die Verantwortung bleibt immer beim Menschen. Wer sich früh damit auseinandersetzt, trifft schneller bessere Entscheidungen. Wer zu lange wartet, läuft Gefahr, den Anschluss zu verlieren.
Lieber Mark, danke für das Gespräch!
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